Roadtrip mit Don Silva

Wir sitzen wieder einmal im Bus. Nach unserer letzten Woche mit dem Leihwagen haben wir uns gestern wieder an die Busse gewagt. Und da es sich nicht um ein paar Stündchen handelt, sondern einen Tag, bietet es sich an, mal wieder etwas von mir hören zu lassen.
Der letzte Eintrag kam also auf dem weg nach Salta. Dort waren wir in einem Hostel ziemlich weit außerhalb der Stadt von der Kette Loki. Qualitativ war as das beste Hostel, in dem wir bisher waren. Jedes Zimmer, wir waren 8, hatte ein dazugehöriges Bad mit einer Toilette, die sogar Papier ohne Probleme spülen konnte. Es gab richtige decken und auch Kissen. Richtig toll war auch der große Pool, der dazu geführt hat, dass ich mich an diesem Tag nicht mehr vom Hostelgelände wegbewegt habe. :) Nicola ist noch mit Hostelmitarbeitern in die Stadt und ist mit der Seilbahn gefahren. Ja und ich lag am Pool. Am Abend zog ein Gewitter auf, was meine Entscheidung nicht in die Stadt zu fahren für mich noch positiver machte. Wir haben uns an diesem Abend für essen im Hostel entschieden. Es sollte Beef Madras geben. Es war einfach nur scharf. Viel zu scharf. Wenn man einen halben Becher Joghurt über den Teller gekippt hat, ging es angeblich. Naja, wir haben es überlebt. An diesem Abend saß ich noch mit anderen aus dem Hostel zusammen und wir haben getrunken und gequatscht. Leider ging es mit kurzzeitig am nächsten morgen auch dementsprechend. ;) Aber es war super lustig und damit den Minikater wert. Nicola hatte leider nicht ganz so viel Spaß, denn obwohl sie extra früh ins Bett gegangen ist, um das tolle Bett auszunutzen, hat sie nicht vor allen anderen geschlafen. In unserem Zimmer waren ganz viele von diesen Käfern, die aussehen wir Scarabeusse. Und da die erstens nicht klein sind und zweitens auch Krach machen, hat sie sich ewig damit beschäftig, die Tiere zu finden und zu töten. Zum Glück war das erledigt, als ich ins Bett kam. Durch den Alkohol hat es mich auch nicht gestört, dass ich erstmal ein paar Spinnen töten musste, als ich in mein Bett gekrabbelt bin. Ach ja, da ich ja meistens oben schlafe in den Doppelstockbetten, fand ich es auch super, dass es Leitern an den Betten gab und man nicht erst einen plan schmieden muss, wie man in das obere nett kommt. Am nächsten morgen haben wir gleich nachdem Frühstück unseren Leihwagen abgeholt. Da ging mal wieder einiges drunter und drüber, aber ohne so ein bisschen Chaos in unserer durchgeplanten Reise, wäre es wohl auch langweilig. ;) Schlussendlich sind wir dann erstmal zurück zum Hostel, um unsere Koffer zu holen. Außerdem hätte mich sehr interessiert, was mit meiner Unterwäsche passiert ist, die ich am Tag zuvor in meiner Dreckwäschetüte abgegeben hab. Das wurde nie geklärt, also reise ich seit dem mit leichterem Gepäck. ;)
Los ging es in unserem „Don Silva“, ein silberner Chevrolet Classic, nach Cafayate. Der Weg dahin war einfach traumhaft schön. Man fährt durch ein Gebiet, dass sehr an den Grand Canyon in den USA erinnert. Die roten Steine und die ganzen Höhlen bzw. verschiedenen Formen waren wirklich beeindruckend. Das Highlight war die Garganta del Diablo. Da hat es dann auch meine erste Speicherkarte gesprengt. Freut euch also auf eine Masse an Bildern. :) Den letzten Rest haben wir dann nicht mehr im Hellen geschafft, aber am nächsten Tag sind wir die Strecke ja wieder zurück gefahren. Wir sind also relativ spät in Cafayate angekommen und unser Hostel war eigentlich ganz okay. Nicola fand das Bett zwar schrecklich, aber ich habe geschlafen wie ein Stein. Von der Aufmachung eines der alternativsten Hostels, in denen wir waren. Bob Marley hat uns jedenfalls keine Sekunde aus den Augen gelassen. ;) Nach leckerem essen und einem Stadtfest mit Folkloremusik auf dem Hauptplatz, ging es für uns an diesem Abend früh ins Bett (1 Uhr). Donnerstag früh haben wir uns dann auch in Cafayate eine Bodega angesehen. Bei Nanni wird nur ökologischer Wein hergestellt und das Gelände war ziemlich klein. Aber der Wein hat sehr gut geschmeckt. Vor allem der Rotwein war richtig lecker. Vielleicht war auch mein Urteilsvermögen um 10:30 am morgen getrübt, aber das wäre Wein, den ich wieder trinken würde.
Danach gab es mal was ganz neues: ab zur Ziegenkäsefabrik. Ich fand die Führung gut, aber die Verkostung war noch viel besser. :)
Und dann hatten wir noch die Strecke Cafayate – Jujuy vor uns. Am Anfang konnten wir noch ein paar Stationen auf der Strecke besichtigen, die am Abend vorher schon im dunkel verschwunden sind. Unter anderem auch riesige Sanddünen mitten in dieser Steinlandschaft.
In Jujuy angekommen haben wir uns nur noch den Supermarkt gesucht, dann im Hostel die wahrscheinlich fettigste Pizza meines Lebens gegessen und dann war uns so schlecht, dass das Bett die einzige Lösung war.
Auch das Hostel samt Jujuy haben wir am nächsten morgen hinter uns gelassen. Endziel sollte an diesem Tag Tilcara sein. Vorher standen aber noch die Salinas Grandes auf dem Programm. Auf dem weg dorthin waren wir 4185m hoch. Ziemlich hoch! Die Salinas selbst sind dann auf ungefähr 3500m. Und obwohl, das Auto nur knapp 20 grad angezeigt hat, waren wir mit 60er Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille ausgestattet. Das Salz hat so sehr reflektiert, dass es ohne Sonnenbrille nicht auszuhalten gewesen wäre. Und auch auf der Haut hat die Sonne ganz schön gebrannt. Natürlich haben wir dann einige Bilder gemacht, die einige Illusionen vorspiegeln. Auch wenn das zu zweit nicht so einfach war. ;) Dann hat sich noch ein langersehnter Traum von Nicola erfüllt: es gab Salzlamas zu kaufen. Da wurde dann zugeschlagen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg gemacht haben. Nächster Stopp war Purmamarca. Dort ist der Berg mit den sieben Farben. Das sah wirklich richtig toll aus. Der totale Wahnsinn, was die Natur so für wunderschöne Sachen zaubern kann. Im Dorf selbst wollten wir eigentlich nur Wasser kaufen, waren aber nicht auf das Inkashoppingmekka vorbereitet. Ein Stand bzw. Laden neben dem nächsten und schon waren wir im Rausch. Ganz große Gefahr für das Zuschlagen der Urlaubsfalle. ;) da wir nicht so ganz genau wussten, wie lange wir nach Tilcara brauchen und es schon später war, sind wir dann erstmal gefahren, aber mit dem Vorsatz, auf der Rückfahrt nach Jujuy noch einmal anzuhalten. ;) Das Dorf Tilcara hat einen sehr niedlichen Eindruck gemacht, aber dann sind wir beim Hostel angekommen. Das ging gar nicht! Wir waren in einem Zimmer für 18 Personen, in dem die Doppelstockbetten so reingequetscht waren, dass man kaum noch an die Betten kam. Damit hätte man auf jeden fall leben können, aber es gab auch mal wieder nur ein richtiges Bad für über 50 Menschen. Außerdem durfte man die Küche nicht benutzen und die Leute erschienen irgendwie suspekt. Das alle anderen Gäste maximal 20 Jahre alt waren, hat den Wohlfühlfaktor nicht unbedingt verstärkt. Wir haben nur noch ein bisschen Karten gespielt und sind dann schlafen gegangen. In der Nacht war es allerdings so kalt, dass ich vom Zittern aufgewacht bin und doch wirklich diese eklige Überdecke benutzt habe. Das in einem Zimmer mit so vielen Menschen nie Ruhe ist, brauche ich eigentlich nicht zu sagen, aber den Vogel haben echt ein paar Mädels abgeschossen, die an ihren Armbändern Trillerpfeifen hatten, die am morgen beim Koffer packen wie Kuhglocken geklungen haben. Eigentlich wollten wir noch einmal ans Auto, denn wir hatten die Koffer drin gelassen, da wir sie nicht in das Zimmer mitnehmen wollten. Unser „Don“ stand allerdings auf einem Parkplatz, der von einem Hund bewacht wurde, der es auch den Autobesitzern nicht so einfach gemacht hat. Also hatte sich das im Dunkeln erledigt. ;)
Humahuaca war auf dieser Tour die letzte Station und stand für den nächsten Tag an. Dort war aber leider nicht so viel zu sehen. Wir sind dann etwas in die Pampa gefahren, was unserem Don nicht so gefallen hat, aber mir hat es Spaß gemacht. Im Dorf gab es eine Kirche mit ca. 200 Stufen, ein Denkmal und mal wieder Stände mit Souvenirs. Mir hat Purmamarca viel besser gefallen, das hatte viel mehr Charme. Ein Highlight gab es aber in Humahuaca: wir haben dort Lama gegessen. Natürlich in fettiger Panade und frittiert, aber trotzdem lecker. Zurück im Hostel ist uns dann Roel über den weg gelaufen, den wir schon am Busbahnhof in Mendoza kennengelernt hatten. Alle zusammen sind wir am Abend dann auf ein Fest im Dorf gegangen. Carneval di Tilcara. Das war ganz witzig und wir sind in Kontakt mit einigen Argentiniern gekommen.
Roel hat sich uns am nächsten Tag angeschlossen und musste miterleben, wie wir unseren Shoppingrausch in Purmamarca neu aufleben lassen. ;) Dafür sind wir dann aber noch einmal zu der Salzwüste gefahren, was auch für uns ein neues Erlebnis war. Dadurch, dass es geregnet hatte, waren total viele Spiegelungen und es sah wirklich noch einmal komplett anders aus. Traumhaft schön! Und schon ging es wieder nach Jujuy. Dort hatte allerdings alles geschlossen und wir waren gezwungen in einem teuren, nicht gutem Restaurant mit unfreundlicher Bedienung zu essen. Zu allem Überfluss hat es dann auch noch in Strömen geregnet und wir sind klitschnass im Hostel angekommen. Obwohl ich die erste Nacht in dem Hostel wirklich gut geschlafen habe, war diese Nacht ganz anders. Ich habe über Nicola in einem Doppelstockbett geschlafen und jedes mal, wenn sie sich bewegt hat, dann hat es wie auf einem Boot geschaukelt. Ich hatte die ganze Nacht Angst, dass wir zusammen krachen, bzw. bin aufgewacht, sobald sich Nicola mal umgedreht hat. Und dann war es Zeit sich zu verabschieden, erst von Roel in Jujuy. Und dann von „Don Silva“ in Salta. So, und dass ich im Bus sitze, habe ich schon erwähnt.
Schon komisch, wie schnell die Zeit vergeht. Wir haben nur noch zwei Stationen auf unserem Reiseplan und in einer Woche mache ich mich schon wieder auf den Weg nach Deutschland. Verrückt! Es heißt also, die nächsten Tage noch in vollen Zügen genießen, bevor der Ernst des Lebens wieder eintritt.
Noch ein kleiner Hinweis: die Bilder werden euch hier sicherlich nicht immer überzeugen, aber ich kann die Bilder von der Kamera nicht auf mein Handy machen und ich kann wiederum nur mit dem Handy im Blog posten. Es wird also später mal einen Eintrag mit den wirklich schönen Bildern geben. :)

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