Ciao ciao Trento!

Jaaaa, ich weiß, der letzte Teil hat sehr lange auf sich warten lassen. Aber zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass sowohl die letzte Zeit in Trento, als auch die erste Zeit wieder zu Hause sehr aufregend war. Außerdem ist es nicht so einfach für mich zur Zeit online zu kommen, da ich in meiner Wohnung noch keinen Internetanschluss habe. :(

Am letzten Donnerstag in Trento kam endlich meine kleine Anja zu Besuch! Juhu! Natürlich haben wir uns erstmal ein bisschen die Stadt angesehen und waren dann im besten Restaurant in Trento essen. Falls ihr mal da seid, dann geht ins Rosa D’oro. Ich vermisse es jetzt schon! :) Nachdem wir uns da ordentlich den Bauch voll geschlagen haben, ging es noch in eine WG in der Innenstadt und später am Abend sind wir alle zusammen noch nach San Bartolameo gefahren, denn da gab es wieder einmal eine Party. :)

Am nächsten Morgen war es demnach auch sehr schwierig um acht aufzustehen. Aber ich musste meinen Check-out im Erasmus Büro machen und mein Fahrrad plus Wohnungsschlüssel beim Opera abgeben. Das bedeutete für Anja auf dem Gepäckträger von einem Ende der Stadt zum anderen zu fahren. Und das Ganze bei italienischen Straßenverhältnissen. :) Der Freitag wurde ansonsten dazu genutzt noch ein bisschen von der Stadt zu sehen und Souvenirs zu shoppen. Abends fand dann meine letzte Party in Trento statt. Ich habe nochmal alle gesehen, die noch da waren und wir hatten einen super Abend. Ein Glück macht das Cantinotta dann irgendwann zu, ansonsten wären Anja und ich wahrscheinlich bis zur Abfahrt am nächsten Morgen nach Padova dort geblieben.

  

So konnten wir aber noch zwei Stunden schlafen und saßen „frisch und munter“ Samstag früh im Bus. An schlafen war natürlich wieder mal nicht zu denken, denn es waren mal wieder eine Menge Spanier mit im Bus. ;) In Padova angekommen haben wir erstmal einen kleinen Stadtrundgang gemacht und dann ging es aber ab in eine Bar zum Aperitivo. Danach wieder zum Bus, der uns dann etwas außerhalb von Padova zur Karneval-Party gebracht hat. Komischerweise kann man ja den ganzen Tag müde sein, sobald es dunkel wird, steigt auch der Frischegrad wieder. Wir haben nochmal ordentlich getanzt und eine Menge Spaß gehabt. Irgendwann war die Party aber vorbei und wir sind wieder zurück nach Trento gefahren.

   

Dort hat es sich diesmal aber wirklich nicht mehr gelohnt, sich ins Bett zu legen. Wir haben also erstmal gekocht und dann wurde der Rest zusammen gepackt und wir haben uns für die große Reise fertig gemacht. 91/2 Stunden Zug fahren! Um 12 ging es pünktlich von Trento aus los und am Abend um halb zehn wurden wir von meinen Eltern schon in Erfurt am Bahnhof erwartet. Schon ein komisches Gefühl, mit zwei Koffern „umzuziehen“ und zu wissen, dass man ab jetzt nicht mehr in Italien wohnt. Alle reden wieder deutsch, es ist nicht mehr normal schon vormittags Alkohol zu trinken, Eis wird nur noch gegessen, wenn das Wetter super ist, gute Parties sind selten, eingekauft wird wieder in riesigen Supermärkten, Fast Food besteht nicht mehr aus Pizza und Pasta, Männer rufen nicht mehr „Blondie“, und am Telefon wird am Anfang nicht mehr „Pronto“ und am Ende nicht mehr 10000 Mal „Ciao Ciao“ gesagt.

Dafür gibt es auch Einiges, was ich in Italien vermisst habe und jetzt wieder machen/essen/sagen kann. Leider verblasst die Erinnerung an sowas ziemlich schnell, denn im Moment fallen mir nur Dinge ein, die ich in Deutschland vermisse und in Italien hatte. Aber so ist das wohl immer. Das was man hat, dass weiß man am wenigsten zu schätzen. Obwohl mir da genau in diesem Moment eine Sache einfällt, die ich die gesamte Zeit über vermisst habe und von der ich auch jetzt noch ganz genau weiß, wie sehr ich sie vermissen würde — meine Wohnung!! Es ist toll, mal wieder alleine zu Hause zu sein und machen zu können, was man will, wann man will und wie man will. Ein Traum! :)

Die erste Woche zu Hause habe ich zum größten Teil mit meiner Mama verbracht und das war wunderbar. Allerdings stimmt das nicht ganz, denn ich habe die Zeit auch sehr intensiv mit Gassi gehen und schlafen ausgefüllt. :) Es war toll, einfach mal wieder nichts zu tun und sich von Mutti bekochen zu lassen. Am Wochenende habe ich dann nochmal einen kurzen Abstecher nach Erfurt gemacht, denn wer weiß, wann Anja und ich uns das nächste Mal wieder sehen, wenn mich die Uni erstmal wieder hat.

Jetzt ist noch eine Woche vergangen und langsam setzt die Ernüchterung ein. Ich habe manchmal richtige Langweiligkeits-Anfälle. Wirklich, es ist toll wieder zurück zu sein. Aber wenn die letzten fünf Monate daraus bestanden, so wenig wie nur irgendwie möglich zu Hause zu sein, dann kann man schon mal an den Rand des Wahnsinns getrieben werden, weil man einen Nachmittag zu Hause war. Oder Samstag Abend! Vielleicht ist es auch deswegen gar nicht so schlimm, dass ich noch zwei Klausuren schreibe und mich jeden Tag in die Bibliothek setzen muss. Und den Rest der Zeit verbringe ich im Moment damit, die Wohnung auseinander zu nehmen. Noch ein Vorteil am alleine wohnen — Wenn ich Lust auf pinke Wände habe, dann streiche ich sie eben pink. :)

Und mal ganz nebenbei hat das Wieder-Zu-Hause-Sein noch einen anderen Vorteil: Berlin!!! Am Freitag werde ich meiner Lieblingsstadt meinen ersten Besuch seit langem abstatten und ich bin mir ziemlich sicher, dass mir danach noch ein paar andere Dinge wieder eingefallen sind, die ich vermisst habe.

3 Antworten zu “Ciao ciao Trento!

  1. Wunderschoen! Obwohl es mir ein bisschen zu weinen gebracht hat :-s aber ich glaube, das heißt, es ist recht gut geschrieben und ich fuehlte mich wirklich reingezogen :) Und natuerlich vermisse ich Trento auch…!

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